WHAT DIRECTS? / EVERYDAY
Wann wird ein Loch zum Mangel?
Eine Untersuchung deiner eigenen Erwartungen.
Das Loch im Brot lädt dazu ein, die eigenen Erwartungen und Bewertungen zu untersuchen.
Was wir als Mangel sehen, kann in einem anderen Zusammenhang eine Qualität sein.
Doch wer bestimmt, nach welchem Maßstab wir urteilen?
01
Sehen
Sieh dir dieses Brot an.
Die Kruste.
Die Struktur.
Die Löcher.
Was fällt dir auf?
Was erwartest du von einem guten Brot?
Und was davon siehst du hier?
FEHLT ETWAS?
02
Bewerten
Stell dir vor, du möchtest dieses Brot bestreichen.
Butter.
Marmelade.
Frischkäse.
Ein Teil davon könnte durch die Löcher fallen.
Ist das Brot deshalb schlechter?
Für diesen Zweck vielleicht.
Aber ist dieser Zweck der einzige?
03
Verschieben
Stell dir nun vor, du möchtest das Brot nicht bestreichen.
Du reißt ein Stück ab.
Du tauchst es in eine Soße.
Du isst es als Begleiter einer Mahlzeit.
Die Löcher sind noch da.
Ist deine Bewertung dieselbe geblieben?
DAS BROT HAT SICH NICHT VERÄNDERT.
DEIN MASSSTAB VIELLEICHT SCHON.
04
Noch einmal sehen
Sieh dir das Brot erneut an.
Was erscheint dir jetzt anders?
Die Form?
Die Löcher?
Die Qualität?
Oder nur das, was du darüber denkst?
Vielleicht bleibt deine Bewertung gleich.
Auch das ist möglich.
Entscheidend ist nicht, dass du zu einer anderen Antwort kommst.
Sondern dass du erkennen kannst, wovon deine Antwort abhängt.
05
Die Frage bleibt
Wann wird ein Loch zum Mangel?
Wenn etwas fehlt?
Wenn etwas nicht funktioniert?
Wenn es nicht unseren Erwartungen entspricht?
Oder wenn wir etwas an einem Zweck messen, für den es gar nicht gedacht war?
Was wir wahrnehmen, ist nicht unabhängig davon, was wir bereits wissen, erwarten und gewohnt sind.
WAS GIBT DEINER BEWERTUNG EINE RICHTUNG?
WHAT DIRECTS?
BACKGROUND
Diese Frage entstand aus einer persönlichen Beobachtung von Steffen Rolla beim Umgang mit galicischem Weißbrot.
Die Entstehung, der gedankliche Verlauf und die weiterführenden Fragen sind auf ROLLA.STUDIO dokumentiert.
ZUR DOKUMENTATION AUF ROLLA.STUDIO