DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

Was hat der Körper getan, bevor ich ihn bewertet habe?

Ich sehe einen Po. Vielleicht denke ich an Form, Attraktivität, Alter oder Training. Noch bevor ich eine Bewegung beobachte, hat mein Blick bereits eine Richtung eingeschlagen.

Dabei arbeitet die Gesäßmuskulatur längst beim Aufstehen, Gehen und Stabilisieren. Was übersehe ich, wenn ich einen Körper zuerst als Bild wahrnehme?

Eigenständige Audioarbeit

DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

3:00

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Transkript

[Intro – spoken, dry, intimate, almost no music]

Du siehst einen Po.

Und hast schon eine Meinung.

Rund. Flach. Straff. Alt.

Schön.

Nicht schön.

Noch bevor sich etwas bewegt.

[Verse 1 – minimal industrial funk, spoken rhythm]

Ein Bild.

Ein Blick.

Ein Urteil.

Ein Klick.

Ein Körper im Spiegel.

Ein Körper im Feed.

Du siehst die Oberfläche.

Du siehst nicht, was geschieht.

Er hebt dich vom Stuhl.

Er bringt dich die Treppe hinauf.

Er hält dich im Gleichgewicht.

Doch auf dem Bildschirm

taucht er als Form wieder auf.

[Pre-Chorus – bass drops, voice close]

Warte.

Nicht messen.

Nicht vergleichen.

Nicht optimieren.

Einmal aufstehen.

Was hat sich bewegt?

[Chorus – repetitive, physical, driving]

DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

Nicht nur ein Bild.

Nicht nur eine Form.

DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

Kraft im Schritt.

Bewegung im Raum.

Du siehst den Körper.

Doch was hat er getan?

[Verse 2 – cut-up, syncopated, sharper]

Gluteus maximus.

Algorithmus.

Fitness.

Ästhetik.

Swipe.

Shape.

Like.

Repeat.

Trainiere die Form.

Vergleiche den Umfang.

Verbessere den Blick.

Aber wer fragt

nach dem Schritt?

Nach dem Aufstehen?

Nach dem Tragen?

Nach der Kraft,

die gar kein Bild braucht?

[Break – percussion stops, breathing and footsteps]

Ein Stuhl.

Ein Körper.

Zwei Füße.

Ein Boden.

Steh auf.

Langsam.

Noch einmal.

Spürst du etwas?

Vielleicht den Po.

Vielleicht das Knie.

Vielleicht den Boden.

Vielleicht nichts davon.

Auch das

ist eine Wahrnehmung.

[Chorus – heavier, layered voices]

DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

Nicht nur ein Bild.

Nicht nur eine Form.

DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

Kraft im Schritt.

Bewegung im Raum.

Du siehst den Körper.

Doch was hat er getan?

[Bridge – quiet, reflective, spoken]

Ich sage nicht:

Schönheit ist falsch.

Ich sage nicht:

Funktion ist wichtiger.

Ich frage nur:

Was ist verschwunden,

als das Bild zuerst kam?

Und was geschieht,

wenn wir es wieder wahrnehmen?

[Final – rhythm fragments, body percussion]

Bild.

Muskel.

Form.

Bewegung.

Blick.

Kraft.

Urteil.

Moment.

Bild.

Muskel.

Körper.

Noch nicht fertig.

[Outro – spoken, silence between phrases]

Du hast ihn gesehen.

Aber —

was hat er getan?

DER KÖRPER

IST NOCH NICHT

SEIN BILD.

[End]

Ausgangsimpuls

Ein Bild.
Ein Blick.
Ein Urteil.
Ein Klick.

DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL. · CMG SHIFT · SATZ · Steffen Rolla · 2026

Neue Audiofassung: Song · Industrial Funk / Spoken Word · KI-unterstützte musikalische Realisierung · 3:00

Die ursprüngliche Textarbeit verschiebt den Blick von der sichtbaren Körperform zum körperlichen Vollzug. Die neue Audioarbeit erweitert diese Setzung durch Rhythmus, Atem, Schritte und die Aufforderung, selbst aufzustehen.

Doch ist die körperliche Funktion tatsächlich weniger präsent als das Bild? Und gilt das für jede Person gleichermaßen?

Hier beginnt die Untersuchung.

  1. 01

    Was nehme ich wahr?

    Ein Körper wird gesehen, betrachtet und bewertet. Gleichzeitig handelt er: Er bewegt, trägt und stabilisiert. Vieles davon geschieht, ohne dass ich der beteiligten Muskulatur besondere Aufmerksamkeit schenke.

    Der Song unterbricht den Blick durch eine einfache Aufforderung: „Steh auf. Langsam.“

    Was verändert sich, wenn ich nicht nur betrachte, sondern meine eigene Bewegung wahrnehme?

  2. 02

    Was wirkt bereits?

    Körperbilder entstehen durch Erfahrungen, Medien, Fitnesskultur, Schönheitsvorstellungen und gesellschaftliche Erwartungen. Sie beeinflussen, welche Formen ich beachte und wie ich sie bewerte.

    Aber auch die Vorstellung eines funktionierenden, leistungsfähigen Körpers kann zur Norm werden.

    Ersetze ich ein Schönheitsideal nur durch ein neues Leistungsbild, wenn ich die Funktion des Muskels in den Vordergrund stelle?

  3. 03

    Ist der Muskel wichtiger als das Bild?

    Die künstlerische Setzung lautet: „Der Po war zuerst ein Muskel.“

    Doch das „zuerst“ ist keine biologische Rangordnung. Schönheit, Begehren, Körpergefühl und körperliche Funktion müssen sich nicht ausschließen.

    Die Untersuchung soll das ästhetische Bild nicht durch eine vermeintlich richtige funktionale Sicht ersetzen.

    Wie kann ich meine Wahrnehmung erweitern, ohne eine neue Vorschrift darüber zu schaffen, wie Körper gesehen werden sollen?

  4. 04

    Und was ist mit mir?

    Ich habe einen provokanten Satz formuliert und daraus einen Song entwickelt. Auch ich nutze die Aufmerksamkeit, die das Wort „Po“ hervorruft.

    Wann macht meine Zuspitzung etwas sichtbar? Wann trägt sie selbst zur Reduktion des Körpers auf eine einzelne Körperregion bei?

    Und warum interessiert mich die Bewegung erst dann besonders, wenn ich sie gegen das Bild stelle?

    Auch mein künstlerischer Blick ist Teil dessen, was ich untersuche.

  5. 05

    Was verändert sich?

    Am Anfang stand die Setzung: Der Po war zuerst ein Muskel.

    Inzwischen frage ich: Wie kann ich unterschiedliche Möglichkeiten der Körperwahrnehmung nebeneinander zulassen, ohne eine davon zum einzig richtigen Maßstab zu erklären?

    Die Untersuchung verschiebt sich vom Gegensatz zwischen Bild und Funktion zu ihrer Beziehung. Der Körper ist sichtbar, beweglich, empfindend und gesellschaftlich geprägt.

    Keine dieser Perspektiven beschreibt ihn vollständig.

  6. 06

    Wie untersuche ich weiter?

    EIN STUHL. EIN KÖRPER. ZWEI FÜSSE. EIN BODEN.

    Ich setze mich hin und stehe langsam wieder auf. Ohne Fitnessziel, Messung oder Bewertung. Was nehme ich wahr? Kraft, Gewicht, Gleichgewicht, Anspannung oder etwas ganz anderes?

    Ein möglicher CMG Materialraum kann mit Sitzen, Aufstehen, Gehen, Bildern und Sprache arbeiten. Unterschiedliche Wahrnehmungen sollen möglich bleiben, auch wenn jemand nichts Besonderes spürt oder die Bewegung anders ausführt.

    Möglicher körperlicher Versuch – noch nicht als Untersuchung dokumentiert.

  7. 07

    Beziehungen

    DER KÖRPER IST NOCH NICHT SEIN BILD. — Wie unterscheiden sich sichtbare Darstellung und körperliche Erfahrung?

    HABITUS — WAS SPRICHT, BEVOR DU SPRICHST? — Welche erlernten Vorstellungen beeinflussen meinen Blick?

    DER KÖRPER WIRD TERMINAL — Was verändert sich, wenn Körperbewegungen zu Daten oder Eingaben werden?

    HEALTHY — Wie entwickeln wir eine Wahrnehmung des Körpers jenseits von Schönheits- und Leistungsmaßstäben?

    CMG MATERIALRÄUME — Wie kann aus einem Satz eine körperliche Untersuchung entstehen?

Untersuchungsverlauf

  1. Ausgang

    Künstlerische Setzung

    Bezug zum bisherigen Stand

    2026. Die Arbeit entsteht innerhalb von CMG SHIFT als sprachliche Verschiebung zwischen Körperbild und Muskelfunktion.

  2. Ältere Einträge
    1. Spätere Wiederaufnahme · Neues künstlerisches Werk

      Neue Audiofassung

      Bezug zum bisherigen Stand

      Produktionsstand offen: Der Song erweitert den Satz um Rhythmus, Stimme, Bewegung und körperliche Wahrnehmung. Die endgültige MP3 und ihre Werkdaten sind noch zu ergänzen.

    2. Spätere Wiederaufnahme · Perspektivverschiebung ·

      Redaktioneller Untersuchungsentwurf

      Bezug zum bisherigen Stand

      Die Perspektive erweitert sich auf die Gefahr, ein Schönheitsideal lediglich durch ein Funktions- oder Leistungsprinzip zu ersetzen.

  3. Spätere Wiederaufnahme · Neues Experiment

    Mögliche Fortsetzung

    Bezug zum bisherigen Stand

    Einen CMG Materialraum zum Verhältnis von Bild, Körperwahrnehmung und Bewegung entwickeln.

Wo steht die Untersuchung heute?

Stand vom 31.10.2026

Ich habe mit einem Satz begonnen, der den Po aus seiner gewohnten bildlichen Wahrnehmung herauslösen sollte. Der Song macht daraus eine körperliche Aufforderung.

Inzwischen interessiert mich, ob auch meine eigene Gegenüberstellung zu eng ist. Ein Körper muss weder schön aussehen noch eine bestimmte Leistung erbringen, um wahrgenommen und respektiert zu werden.

Vielleicht geht es nicht darum, den Körper endlich richtig zu sehen, sondern darum, ihn nicht auf eine einzige Sichtweise festzulegen.

Die Untersuchung bleibt offen.

Was richtet meinen Blick auf den Körper aus? Schönheitsbilder, Fitnessnormen, persönliche Erfahrungen oder meine eigene Bewegung?

Was verändert sich, wenn ich den Körper nicht zuerst bewerte, sondern frage, was ich gerade wahrnehme?

ICH UNTERSUCHE. UND ICH TEILE.

Steffen Rolla · Künstlerische Untersuchung · Offener redaktioneller Entwurf

Beziehungen — andere Situationen, verwandte Fragen

  • Entstanden aus

    DER PO WAR ZUERST EIN MUSKEL.

    Die Satzarbeit in CMG SHIFT ist der Ausgangspunkt. Die Audiofassung ist noch nicht als abgeschlossene Werkfassung eingetragen.

    Was hat der Körper getan, bevor ich ihn bewertet habe?

    Schritt: Künstlerischer Impuls

  • Gemeinsame Frage

    DER KÖRPER IST NOCH NICHT SEIN BILD.

    Wie unterscheiden sich sichtbare Darstellung und körperliche Erfahrung?

    Wie unterscheiden sich sichtbare Darstellung und körperliche Erfahrung?

    Schritt: Beziehungen

  • Gemeinsame Frage

    HABITUS — WAS SPRICHT, BEVOR DU SPRICHST?

    Welche erlernten Vorstellungen beeinflussen meinen Blick?

    Welche erlernten Vorstellungen beeinflussen meinen Blick?

    Schritt: Beziehungen

  • Gemeinsame Frage

    DER KÖRPER WIRD TERMINAL.

    Was verändert sich, wenn Körperbewegungen zu Daten oder Eingaben werden?

    Was verändert sich, wenn Körperbewegungen zu Daten oder Eingaben werden?

    Schritt: Beziehungen

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