Wabenplatte
Ich arbeite mit einem Material, dessen Struktur und Widerstand mein Handeln beeinflussen. Ich untersuche, welche Möglichkeiten im Zusammenspiel von Körper, Bewegung und Material entstehen.
EINE KÜNSTLERISCHE POSITION. EIN MANIFEST ZUM HÖREN.
Über Wahrnehmung, Widerstand, Fragen und die Möglichkeit, anders zu denken.
01 Manifest
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02
Aufführungsanweisungen in eckigen Klammern gehören zum Ablauf. Sie sind nicht der gesprochene Text.
Ich sehe.
Ich sehe etwas.
Etwas sehe ich.
Was sehe ich?
Was sehe ich schon?
Ich denke.
Ich denke, ich sehe.
Ich sehe, was ich denke.
Oder denke ich,
was ich sehe?
Schon.
Schon da.
Schon gedacht.
Schon gesehen.
Schon entschieden?
WER HAT DAS ENTSCHIEDEN?
Ein Material.
Ein Widerstand.
Eine Hand.
Eine Richtung.
Ich biege.
Es biegt sich.
Ich drücke.
Es widersetzt sich.
Ich gebe nach.
Es gibt nach.
Wer gibt nach?
Eine Form entsteht.
Nicht meine Form?
Nicht nur meine.
Was war vorher?
Was war schon da?
Was hat mitgewirkt?
VORDEM.
Ein Fisch.
Ein Filet.
Eine Anchoa.
Ein Fisch?
Ein Filet?
Eine Anchoa?
Was sehe ich?
Was weiß ich?
Was glaube ich zu wissen?
Wo kommt es her?
Was war es vorher?
Wer hat es verändert?
Eine Frage.
Eine Antwort.
Eine weitere Frage.
Warum diese Frage?
Warum nicht eine andere?
WAS GIBT MEINER FRAGE RICHTUNG?
Ich suche.
Ich finde.
Ich finde etwas anderes.
Ich suche weiter.
Oder nicht.
Ich kann.
Ich will.
Ich muss nicht.
Mein erster Blick.
Mein erstes Wort.
Meine erste Antwort.
Nicht falsch.
Nicht endgültig.
Nicht die letzte.
MEIN ERSTER ZUGRIFF MUSS NICHT MEIN LETZTER BLEIBEN.
Ich bleibe.
Ich gehe.
Ich schaue.
Ich handle.
Ich spreche.
STAY.
WALK.
LOOK.
ACT.
TALK.
Ich setze etwas.
Eine Frage.
Eine Pause.
Ein Material.
Eine andere Bedingung.
Etwas geschieht.
Etwas bleibt.
Etwas wirkt weiter.
Aber was geschieht,
wenn nicht nur ich untersuche?
Wenn jemand anderes sieht?
Anders sieht?
Oder dasselbe sieht?
Wenn jemand anderes fragt?
Nicht meine Frage.
Die eigene.
Ich gebe keine Antwort vor.
Ich gebe keine Richtung vor?
Doch.
Ich setze Bedingungen.
Eine Karte.
Ein Wort.
Einen Raum.
Eine Stimme.
Eine Pause.
Auch meine Setzung gibt Richtung.
Auch meine Frage.
Auch meine Auswahl.
WAS GIBT MEINER SETZUNG RICHTUNG?
Ich gestalte die Bedingungen.
Nicht die Erkenntnis.
Ich eröffne die Untersuchung.
Nicht ihr Ergebnis.
Aus meiner künstlerischen Arbeit
entsteht ein Raum
für die Untersuchung anderer.
Creative.
Mind.
Gymnastics.
Die Gymnastik des Noch-Nicht.
Keine richtige Antwort.
Kein vorgeschriebenes Ergebnis.
Keine Verpflichtung zur Veränderung.
Etwas kann anders werden.
Etwas kann bleiben.
Etwas kann noch nicht sein.
DAS NOCH-NICHT IST NICHT DAS NOCH-FEHLENDE.
VORDEM.
SOFORT/
UN/
Noch nicht.
Was war da?
Was ist da?
Was wirkt weiter?
Was gibt Richtung?
Was gibt meiner Frage Richtung?
Was gibt deiner Frage Richtung?
WHAT DIRECTS?
FREI IM DENKEN.
03
Was bringt mich dazu, anders weiterzudenken?
Ich arbeite mit einem Material, dessen Struktur und Widerstand mein Handeln beeinflussen. Ich untersuche, welche Möglichkeiten im Zusammenspiel von Körper, Bewegung und Material entstehen.
Mich interessiert, was geschieht, wenn eine bereits entstandene Richtung auf eine Grenze trifft. Widerstand kann Möglichkeiten begrenzen, bestätigen oder neue Fragen entstehen lassen.
Ich beginne mit einem Filet. Fragen nach Herkunft und Verarbeitung erschließen weitere Zusammenhänge. Dabei wird auch untersuchbar, warum ich gerade diese Fragen stelle und was ich möglicherweise übersehe.
04
Was ich zunächst selbst an Materialien, Gegenständen und Situationen untersucht habe, führte zur Entwicklung von Creative Mind Gymnastics.
Mit CMG gestalte ich Bedingungen, unter denen auch andere Menschen ihre eigenen Wahrnehmungen, Fragen und Handlungen untersuchen können.
Sie müssen weder meine Erfahrungen wiederholen noch zu meinen Schlussfolgerungen gelangen.
Ich gestalte
die Bedingungen.
Die Untersuchung
wird ihre eigene.
Das Ergebnis
bleibt offen.
05
Das Manifest ist eine eigenständige künstlerische Arbeit. Aus meiner Praxis entstehen Werke, Untersuchungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit.