Wirkfeld

CITY

Der Ort vor seiner Selbstverständlichkeit.

CITY ist das Wirkfeld, in dem Arbeiten und Formate von CMG auf Straßen, Plätze, Gebäude, Übergänge und andere öffentliche Räume treffen.

Eine Stadt ist nicht nur gebauter Raum. Sie ist bereits durch Namen, Wege, Regeln, Bilder, Erinnerungen und eingeübte Bewegungen geordnet. Diese Ordnung bereitet vor, wie ein Ort gelesen, benutzt und durchquert wird – häufig, bevor er bewusst wahrgenommen wurde.

Künstlerische Setzungen unterbrechen diese vorbereiteten Lesarten. Sie bringen Sprache, Material, Körper, Geschichte und räumliche Bedingungen in ein verändertes Verhältnis.

Dabei wird der Ort nicht neu erklärt und nicht mit einer fertigen Botschaft versehen. Es entstehen Situationen, in denen eine vorhandene Bedeutung ihre Selbstverständlichkeit verliert, ohne sofort durch eine neue ersetzt zu werden.

Alle Wirkfelder →
Öffentlicher Raum – Wirkfeld CITY

Kontexte in der Stadt

Alle Wirkfelder →

Was wäre, wenn ein Ort nicht sofort festgelegt ist?

CITY eröffnet Situationen, in denen eine Straße, ein Platz oder ein Gebäude nicht nur durch seine bekannte Funktion, Benennung oder Geschichte gelesen wird.

Eine künstlerische Setzung bringt Sprache, Material, Körper, Raum und Zeit in ein bestimmtes Verhältnis. Im Zusammentreffen mit dem tatsächlichen Ort entsteht eine Situation, deren Verlauf nicht vollständig vorausbestimmt ist.

Passantinnen und Passanten können die Arbeit wahrnehmen, übersehen, zurückweisen oder anders deuten. Wetter, Verkehr, Nutzung, Regeln und zufällige Begegnungen verändern ihren Vollzug.

Für einen Moment ist der Ort nicht mehr vollständig selbstverständlich und noch nicht neu festgelegt.

CITY behandelt die Stadt nicht als Fläche für Botschaften. Das Wirkfeld macht sie als bereits geordnete und zugleich veränderliche Situation erfahrbar.

Wie das Werk in die Stadt eintritt

Wie das Werk in die Stadt eintritt

Ausgangspunkt ist ein konkreter Ort: eine Straße, ein Platz, ein Übergang, eine Fassade, ein öffentliches Gebäude oder eine vorhandene Benennung.

Die Arbeit beginnt mit genauer Wahrnehmung und ortsbezogener Recherche:

Aus dieser Auseinandersetzung entwickelt Steffen Rolla eine künstlerische Setzung. Sie kann mit Buchstaben, Wörtern, Material, Klang, Bewegung, Frottage, räumlicher Anordnung oder einer zeitlich begrenzten Handlung arbeiten.

Die Setzung wird entworfen. Die urbane Situation antwortet.

Im Vollzug trifft die Setzung auf Wetter, Verkehr, Körper, Öffentlichkeit, Genehmigungen, Eigentum und nicht vorhersehbare Reaktionen.

Der Ort ist deshalb nicht bloß Schauplatz. Er wirkt an der Erscheinungsform der Arbeit mit.

Die Stadt als Material und Bedingung

Die Stadt als Material und Bedingung

Im Wirkfeld CITY ist die Stadt zugleich:

Material
weil Sprache, Oberflächen, Geräusche, Wege und Architekturen bearbeitet werden;
Bedingung
weil Nutzung, Eigentum, Genehmigung und Öffentlichkeit die Arbeit mitformen;
Widerstand
weil ein Ort nicht beliebig verfügbar ist;
Situation
weil Menschen, Wetter, Geschichte und Gegenwart auf die Setzung treffen.

Eine Arbeit lässt sich deshalb nicht unverändert von einem Ort auf einen anderen übertragen.

Ein Buchstabe auf der Dortmunder Kaiserstraße tritt in eine andere sprachliche und historische Ordnung ein als dieselbe Form an einer galicischen Küste oder in einem öffentlichen Gebäude.

Die Setzung kann ähnlich sein. Die Arbeit entsteht erst in der Beziehung zum Ort.

Mögliche Realisierungen

Mögliche Realisierungen

Eine Kommune, Kulturinstitution, Stiftung, Quartiersentwicklung oder öffentliche Einrichtung kann beispielsweise beauftragen:

Beauftragt wird keine fertige Intervention aus einem Katalog. Jede Realisierung wird aus dem konkreten Ort, seiner Sprache, seiner Geschichte und seiner gegenwärtigen Nutzung entwickelt.

Keine Stadtverschönerung

Abgrenzung

CITY ist keine dekorative Aufwertung des öffentlichen Raums und keine Kampagne für ein positives Stadtbild.

Das Wirkfeld verspricht nicht automatisch:

Solche Wirkungen können entstehen. Sie bestimmen jedoch nicht den Werkcharakter.

Nicht

CMG macht einen Ort attraktiver.

Besser

CITY entwickelt künstlerische Situationen, in denen die vorhandene Sprache, Nutzung und Ordnung eines Ortes erneut wahrnehmbar werden kann.

Keine Botschaftskampagne

Keine Botschaftskampagne

Eine Arbeit im öffentlichen Raum kann politische oder gesellschaftliche Fragen berühren. Sie schreibt dem Publikum jedoch keine fertige Haltung vor.

Eine Kampagne benutzt einen Ort, um eine bereits formulierte Botschaft zu verbreiten.

CITY untersucht dagegen, wie Ort, Sprache, Körper und Öffentlichkeit selbst Bedeutung hervorbringen.

Die Arbeit spricht nicht nur an einem Ort. Sie arbeitet an der vorhandenen Ordnung des Ortes.

Genehmigung und Verantwortung

Genehmigung und Verantwortung

Öffentlicher Raum ist nicht frei verfügbar.

Eigentum, Verkehrssicherheit, Denkmalschutz, Zugänglichkeit, Persönlichkeitsrechte und kommunale Genehmigungen gehören zu den tatsächlichen Bedingungen einer Realisierung.

Diese Bedingungen stehen nicht außerhalb des Werkes. Sie können selbst Teil des Widerstands werden, dem sich die Setzung aussetzen muss.

Eine Intervention darf Menschen nicht gefährden, Zugänge unzulässig blockieren oder fremdes Eigentum ungeklärt verändern.

Die künstlerische Offenheit hebt die Verantwortung für den gemeinsamen Raum nicht auf.

CITY, DEMOCRACY und EVERYDAY

CITY, DEMOCRACY und EVERYDAY

Die Wirkfelder können sich berühren, bleiben aber unterscheidbar.

CITY
untersucht die räumlichen, sprachlichen und historischen Ordnungen des gemeinsamen Ortes.
DEMOCRACY
untersucht Wahrnehmung, Stimme, Unterschied und verantwortetes Urteil in demokratischer Öffentlichkeit.
EVERYDAY
setzt bei vertrauten Handlungen und gewöhnlichen Situationen an.

Eine Arbeit im Stadtraum kann daher zugleich Bezüge zu DEMOCRACY oder EVERYDAY besitzen. Ihr Ausgangspunkt im Wirkfeld CITY bleibt jedoch der konkrete öffentliche Ort.

Zusammenarbeit

Zusammenarbeit

CITY kann mit Kommunen, Museen, Bibliotheken, Archiven, Hochschulen, Stiftungen, Kulturämtern, Quartiersinitiativen und anderen öffentlichen Einrichtungen realisiert werden.

Die Zusammenarbeit beginnt nicht mit einer fertigen Botschaft oder einem vorproduzierten Stadtmöbel.

Ausgangspunkt sind der konkrete Ort, seine vorhandene Ordnung und die Frage, die dort künstlerisch untersucht werden soll.