Werk
Die verbindlich gebundene Arbeit:
- Titel
- Werkjahr
- Werkart
- Werkbestandteile
- Credits
- Erscheinungsformen
- Realisierungen
FORSCHUNGSFELD
Werkbildung im generativen Prozess
Was muss der Mensch im generativen Prozess wahrnehmen, unterscheiden, eingreifen und verantworten, damit aus erzeugtem Material ein eigenes Werk wird?
Untersuchung öffnen ↓Ein generatives System kann Material erzeugen.
Es kann Varianten anbieten, Formen ergänzen und Entscheidungen vorwegnehmen.
Damit liegt noch kein verantwortetes Werk vor.
Generative Systeme erzeugen Texte, Bilder, Stimmen, Musik, Bewegungen, räumliche Modelle und Code. Sie liefern Möglichkeiten in einer Geschwindigkeit und formalen Geschlossenheit, die leicht den Eindruck eines bereits entstandenen Werks erzeugt.
Das Forschungsfeld setzt früher an.
Es untersucht nicht zuerst, ob ein Ergebnis mit künstlicher Intelligenz hergestellt wurde. Es fragt, was zwischen einer menschlichen Wahrnehmung und der veröffentlichten Werkfassung geschieht.
Ein Ergebnis wird nicht allein dadurch zum Werk, dass es ausgewählt, gespeichert oder veröffentlicht wird. Entscheidend ist, ob das erzeugte Material tatsächlich wahrgenommen und geprüft wurde. Ob Unterschiede erkannt, Wirkungen beantwortet, Möglichkeiten verworfen und Entscheidungen verantwortlich gebunden wurden.
Was muss der Mensch im generativen Prozess wahrnehmen, unterscheiden, eingreifen und verantworten, damit aus erzeugtem Material ein eigenes Werk wird?
Diese Folge ist nicht linear. Schritte können sich wiederholen, ausfallen oder ineinandergreifen.
Ein Prompt kann eine technische Anweisung bleiben. Er kann auch Bedingungen einer künstlerischen Setzung tragen.
Eine Auswahl kann aus genauer Wahrnehmung hervorgehen. Sie kann ebenso die schnelle Übernahme eines überzeugenden Ergebnisses sein.
Eine Korrektur kann einen Vollzug anzeigen. Sie kann auch reine Optimierung bleiben.
Das Forschungsfeld untersucht diese Unterschiede.
Am Anfang steht eine Beobachtung, Erfahrung, Irritation, Frage oder gesellschaftliche Situation.
Der Ausgangsimpuls ist noch keine Werkfassung. Er bezeichnet die Stelle, an der eine Untersuchung beginnt.
Die Absicht ist nicht nur eine Botschaft, die übermittelt werden soll. Sie beschreibt, was durch die Arbeit wahrnehmbar, hörbar, lesbar oder räumlich erfahrbar werden soll.
Der Prompt übergibt Bedingungen an ein generatives System. Er kann Stil, Tempo, Perspektive, Material, Bildraum, Stimme, Bewegung oder Verhalten bestimmen. Er kann Wirkungen zulassen und andere ausschließen.
Der Prompt ist nicht automatisch Bestandteil des Werks. Zunächst gehört er zur Produktions- und Forschungsdokumentation.
Das System übersetzt die menschliche Setzung in erzeugtes Material. Dabei kann es Absichten vereinfachen, Ambivalenzen schließen, vertraute Formen ergänzen, Sprache glätten, Bilder typisieren oder Stimmen mit einer Autorität versehen, die aus keiner Erfahrung hervorgegangen ist.
Generative Systeme bieten häufig viele formal plausible Möglichkeiten. Die Anzahl der Varianten sagt noch nichts über Vollzug aus.
Wurde wahrgenommen – oder bereits übernommen?
Eine Werkfassung entsteht dort, wo eine bestimmte Form als verbindlich gebunden wird. Diese Bindung umfasst Auswahl, Bearbeitung, Credits, Veröffentlichung und die Verantwortung für die Wirkung der Arbeit.
Was davon würde ich auch dann unter meinem Namen vertreten, wenn niemand wüsste, dass ein generatives System beteiligt war?
WER SPRICHT, WENN DIE STIMME STIMMT?
Die verbindlich gebundene Arbeit:
Der dokumentierte Herstellungsprozess:
Das konkrete Erscheinen des Werks:
Die werkübergreifende Untersuchung:
WERK ERSCHEINUNGSFORM REALISIERUNG
FORSCHUNGSFELD WERK
Ausgangspunkt der Arbeit ist eine gesellschaftliche Beobachtung. Der Liedtext wurde unter menschlicher Textregie im Dialog mit generativer KI entwickelt. Die musikalische und vokale Umsetzung erfolgte mit Suno. Auswahl, Korrektur, Bearbeitung und Bindung der Werkfassung liegen bei Steffen Rolla.
Ein generatives Ergebnis wird nicht durch seine technische Erzeugung und nicht durch seine Auswahl allein zum Werk. Entscheidend ist, ob der Weg zur gebundenen Fassung als Wahrnehmung, Prüfung, Eingriff und Verantwortung vollzogen wurde.
Generative Systeme erzeugen Möglichkeiten. Das Werk entsteht dort, wo ein Mensch zwischen ihnen unterscheidet, ihre Wirkungen prüft, eine Fassung bindet und sie verantwortlich in die Öffentlichkeit setzt.